Ist die geeichte Waage für Imker Pflicht?

Imker durften bis Ende 2014 den Honig ohne geeichte Waage abfüllen. Dazu musste die Waage regelmäßig mit einem geeichten 500g Gewicht durch mehrmaliges Wiegen getestet werden, wie groß der Fehler ist, also die Abweichung zu 500 Gramm. Das ganze musste protokolliert werden und mit diesem Nachweis durfte man den Honig auch ohne geeichte Wage in den Verkehr bringen.

Diese Vorgehensweise war durch eine Öffnungsklausel der Fertigpackungsverordnung möglich. Da diese Klausel jedoch zum 01.01.2015 aufgehoben wurde, muss nun jeder Imker eine geeichte Waage nutzen, der seine Ware in den Verkehr bringt. Eichfähige Wagen gibt bei Ebay schon ab ungefähr 150€ zu kaufen.

Muss jeder Imker eine geeichte Waage besitzen?

Beim Abfüllen selbst kann man eine Küchenwaage oder sogar ganze ohne Waage arbeiten, wenn man hinterher eine Stichprobe an Gläsern wiegt und die gemessenen Gewichte dokumentiert. Bei Stichprobe werden nach der Abfüllung verschiedene Gläser auf der geeichten Waage gemessen und die Ergebnisse dokumentiert. Dabei sollte man natürlich auch das Gewicht von Glas, Deckel und Deckeleinlage beachten. Am besten man misst verschiedene Gläser, da die Gewichte unterschiedlich sein können.

Dadurch kann eine geeichte Waage problemlos gemeinschaftlich genutzt werden, beispielweise unter befreundeten Imkern oder der Imkerverein kann eine geeichte Waage zur Verfügung stellen.

Wie oft muss geprüft werden und wie hoch sind die Kosten?

Die Geräte müssen jährlich durch das Eichamt geprüft werden. In Deutschland gibt es eine allgemeine Pflicht zur Prüfung alle 2 Jahre. Doch da es sich in unserem Fall um die Füllmengenkontrolle von Fertigpackungen handelt, muss die Waage sogar jedes Jahr geeicht werden. [1]

Dazu kommt ein Prüfer zum Imker und führt dort die Eichung durch, die Kosten hierfür betragen laut einem Artikel aus 2006 27-41€ [2], in Foren wurde aber auch schon von Beträgen über 60€ geschrieben.

Was es noch beim Kauf zu beachten gibt

In Fertigpackungsverordnung findet sich noch der Hinweis, dass nichtselbsttätige Waagen einen gewissen Eichwert nicht überschreiten dürfen. Selbstständig wäre, wenn die Waage vollautomatisch und ohne Zutun eines Imkers wiegt (z.B. in einer Produktionslinie). Da jedoch der kleinere Imker die Waage natürlich manuell bedient, handelt es sich um eine nichtselbsttätige Waage. Und in genau diesem Fall muss die Waage gewisse Genauigkeiten einhalten. Mit Genauigkeit ist die Schritte gemeint, in der die Waage wiegt.

Beispielsweise gibt es sehr genaue Waagen, die in 0,1g Schritten Zählen. Normale Küchenwaagen zählen meist in 1g-Schritten. Je größer die Schritte, desto höher ist meist auch das Maximalgewicht einer Waage.

Die Genauigkeit wird beim Verkauf der Waagen immer angegeben. Dazu gibt es folgende Tabelle:

Nennfüllmenge in Gramm Maximale Ungenauigkeit (Mess-Schritte) in Gramm
weniger als 10 0,1
ab 10 bis weniger 50 0,2
ab 50 bis weniger 150 0,5
ab 150 bis weniger 500 1,0
ab 500 bis weniger 2.500 2,0
ab 2.500 5,0

 

Quellen:

[1] http://www.gesetze-im-internet.de/fertigpackv_1981/
[2] http://www.nassenheider.com/files/presse/Adiz06.pdf

 

 

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