Vortrag von Hans Beer bei den Imkererlebnistagen von Bienen-Ruck


Hans Beer (links) und Siegbert Ruck

Am Samstag war ich zu Gast bei Bienen-Ruck in Wülfershausen, wo zum 8. Mal die Imkererlebnistage statt fanden.

Das Highlight war der Vortrag von Imkermeister Hans Beer über das imkern im angepassten Brutraum, das wie er sagt, keineswegs nur für Dadant-Beuten gilt. Es geht grundsätzlich darum, mittels Trennschied den Platz im Brutraum der Volksstärke anzupassen, um eine optimale Brutentwicklung und guten Honigertrag zu erreichen. Dies ist ebenfalls mit Zander- oder Normal-Beuten möglich. Ich hatte schon einige Besucher zum Vortrag erwartet, aber dass die Imkerschaft dort ein größeres Festzelt füllte, hatte mich doch positiv überrascht.

Der zweistündige Vortrag am Vormittag war sehr interessant und ich konnte viel Neues erfahren. Sehr interessant und wovon ich bisher noch gar nichts gelesen hatte, sind die sogenannten Heizerbienen. Forscher der Universität Würzburg haben mithilfe von Wärmebildkameras etwas entdeckt, was mit menschlichem Auge nicht zu sehen ist. Die Heizerbiene erwärmt ihre Brustmuskulatur auf über 40°C und wärmt dadurch die Brut. Diese Bienen haben einen hohen Energieverbrauch und sind bei der Arbeit ständig auf die Fütterung durch andere Bienen angewiesen. Durch diese Erkenntnis ergeben die Löcher im Brutnest natürlich Sinn, denn manche Heizerbienen verweilen darin (teilweise eine ganze Stunde) und heizen dadurch die umliegende Brut. Heizerbienen erschienen auf Fotos von Wärmebildkameras sehr viel heller und farbiger als die restlichen Bienen, siehe zum Beispiel auf den Fotos bei Tempelhof.de

Die Temperatur des Brutnests scheint auch Einfluss auf die Intelligenz der schlüpfenden Biene zu nehmen. Deswegen sei es nach Beer verheerend, unnötige Eingriffe in das Brutnest vorzunehmen oder schwache Ableger zu bilden. Vielmehr seien Kunstschwärme im Sommer der optimale Weg zum bilden von Jungvölkern. Wie wichtig die Temperatur des Brutnests ist, zeige auch das Verhalten des Volkes vor dem Schwärmen. Hierbei ist bekannt, dass die Königin lange vor dem Schwärmen die Legeleistung reduziert, das ganze Volk wird in dieser Zeit „herunter gefahren“. Würde die Königin unvermindert weiter Eier legen und dann mit einer Vielzahl von Bienen schwärmen, so könnte das verbleibende Volk durch die fehlenden Bienen die Brut nicht mehr optimal auf Temperatur halten.
Die Bruttemperatur hat laut Beer auch entscheidend Einfluss auf die Varroabelastung im Volk. Da sich die Varroa bei niedriger Bruttemperatur in den Zellen besser vermehren können, sei auch bei schwachen Völkern oder Ablegern die Varroabelastung höher.

Der Eintritt war frei, das Wetter hielt sich wacker trotz dicken Wolken und die Veranstaltung war gut organisiert. Neben den Vorträgen konnten natürlich auch Imkerprodukte besichtigt und erworben werden und für „Jungimker“ gab’s auch eine Hüpfburg. Der Verkaufsladen wurde gleich von mehreren Securities bewacht. Für Verpflegung sorgten mehrere Stände …. insgesamt eine gelungene Veranstaltung.

 

 

 

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